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Hummelschwärmer - Hemaris fuciformis (LINNAEUS, 1758)
Artenprofil von Axel Steiner
Letzte Änderung: 20.03.2018


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Schwärmer (Sphingidae)
Unterfamilie:Großschwärmer (Sphinginae)

Synonyme:

Sphinx fuciformis, Haemorrhagia fuciformis

Fotos (© Jochen Rodenkirchen (1), Bernhard Jörgensmann (2))
Erftstadt/Scheuren (1), Dülmen (2)


(xxl-Foto)
14.05.2010

(xxl-Foto)
19.08.2015
 
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich
     
Besondere Merkmale

Insekten-ABC, Erklärungen von Fachbegriffen

Kopf und Brust olivgrün; Flügel großflächig unbeschuppt und durchsichtig - am Außenrand mit breitem rotbraunen und beschuppten Saum; plumper Körper; pelzig behaart und erinnert deshalb an eine Hummel; Hinterleib mit breitem rotbraunen Ring - dahinter seitlich mit gelbweißen und schwarzen Haarflecken; die in der Mitte verdickten Antennen enden in einem dünnen Haken; Hinterleib mit Schwanzfächer



Hummelschwärmer (Foto: Jochen Rodenkirchen, Erftstadt/Scheuren, xxl-Foto)


Flügelspannweite: 40-45 mm, Vorderflügellänge: (17-) 18-20 (-21) mm

Ei: Länge: 1,4 mm; Breite: 1,2 mm; Stärke: ca. 1 mm; Mikropylrosette 10-blättrig; Eifarbe: saftiggrün und während der Entwicklung dunkler werdend

Raupe: Länge: 35 - 40 mm; leuchtend hellgrün mit 2 hellen Längsrückenstreifen; scharf abgesetzter dunkelbrauner Bauch; Stigmen teilweise mit rötlich-dunklem Hof (dieses Merkmal kann sehr deutlich ausfallen aber auch fehlen); mit langem dünnen Horn am Körperende



Raupe des Hummelschwärmers (Foto: Jochen Rodenkirchen, Erftstadt/Scheuren, 26.09.2009, xxl-Foto)


Puppe:



Puppe des Hummelschwärmers (Foto: Jochen Rodenkirchen, Erftstadt/Scheuren, 18.09.2010, xxl-Foto)


Ähnliche Arten:

Skabiosen-Schwärmer (Hemaris tityus): Der Skabiosen-Schwärmer ist in NRW extrem selten und in vielen Großregionen ausgestorben. Er besitzt eine schwarze Binde auf dem Hinterleib und ist dahinter orangebraun behaart. Mit deutlich schmalerem braunem Flügelrand und fehlenden hellen Seitenflecken am Hinterleib.

Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum): Das Taubenschwänzchen ähnelt dem Hummelschwärmer im Flug ein wenig, besitzt aber u. a. keine durchsichtigen Flügelteile und ist nicht rotbraun gefärbt.

 

Lebensraum
Hummelschwärmer findet man - mit etwas Glück - an warmen und blütenreichen Waldrändern, lockeren Mischwäldern, auf Lichtungen und Kahlschlägen, Trockenrasen, gebüschreichen Trockenhängen auf kalkreichem Untergrund, in Parkanlagen oder auch in den heimischen Gärten, sofern das Nahrungsangebot nur stimmt.

Biologie und Lebensweise
Die Flugzeit des Hummelschwärmers beginnt im April/Mai mit dem Schlupf aus der Puppe. Diese tagaktive Falterart kann nach der ersten (April - Juni) eine zweite Generation ausbilden, deren Falter dann im Juli/August auftreten.
Interessanter Weise sind die Flügel des Hummelschwärmers nach dem Schlupf vollständig beschuppt. Dies ändert sich aber bereits beim ersten Flug, bei dem er einen Großteil der Schuppen verliert und der Flügel somit großflächig durchsichtig wird.
Er ist tagaktiv und besucht im Schwirrflug blühende Pflanzen um mit seinem langen Rüssel Nektar zu tanken. Hummelschwärmer trinken dabei wie ein Kolibri im Flug und unterscheiden sich u. a. dadurch von Hummeln.



Hummelschwärmer auf Akelei (Foto: Jochen Rodenkirchen, Erftstadt/Scheuren, 14.05.2010, xxl-Foto)

Die Eier werden einzeln an die Blattunterseiten der Raupennahrungspflanze geklebt. Hummelschwärmer-Raupen finden sich zwischen Juni/Juli und August/September an Heckenkirschen und Schneebeere. Sie sind jedoch aufgrund ihrer Färbung sehr gut getarnt und nur schwer zu finden, insbesondere da sich die Jungraupen während ihrer Ruhephasen auf der Mittelrippe der Blattunterseite verstecken.



Hummelschwärmer bei der Nahrungsaufnahme (Foto: Bernhard Jörgensmann, Dülmen, 19.08.2015, xxl-Foto)

Die Verpuppung findet in einem lockeren Gespinst am Boden statt. Die Puppe überwintert.

Nahrung
Raupe:
Die Raupen des Hummelschwärmers fressen hauptsächlich an der Roten Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) oder am Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum). Die Schneebeere (Symphoricarpus rivularis) wird in der Literatur ebenfalls als Nahrungspflanze genannt.



Raupe des Hummelschwärmers (Foto: Jochen Rodenkirchen, Erftstadt/Scheuren, 26.09.2009, xxl-Foto)

Falter:
Die tagaktiven Hummelschwärmer besuchen bevorzugt Blüten von Flieder, Jasmin, Schmetterlingstrauch, Phlox uvm.



Hummelschwärmer im Anflug auf eine Schmetterlingsstrauchblüte (Foto: Bernhard Jörgensmann, Dülmen, 19.08.2015 , xxl-Foto)

Verbreitung in D/Welt
Hummelschwärmer gibt es in ganz Europa - mit Ausnahme Nordenglands und Nordskandinaviens. Auch in Nordafrika (Algerien), Nordwestindien und östlich bis Japan und Korea verbreitet. Im Süden Europas findet man Hummelschwärmer über den Balkan bis zu den Schwarzmeerländern und der Türkei.



Hummelschwärmer im Anflug auf Schmetterlingsstrauchblüte (Foto: Bernhard Jörgensmann, Dülmen, 19.08.2015, xxl-Foto)

In der Deutschen Roten Liste der Spinnerartigen Falter (2011) ist der Hummelschwärmer als ungefährdet und häufig geführt. In der Liste von 1998 war er noch als "gefährdet" eingestuft.

Verbreitung in NRW
Die Gefährdungslage des Hummelschwärmers in NRW sieht leider deutlich schlechter aus, als die bundesdeutsche. Insgesamt wird er als "stark gefährdet" (RL 2) geführt. In den Großräumen Niederrheinisches Tiefland, der Niedrrheinischen Bucht, der Westfälischen Bucht und dem Weserbergland ist er sogar bereits "vom Aussterben bedroht" (RL1). Im Westfälischen Tiefland fehlt er gänzlich. Lediglich in der Eifel/Siebengebirge,, dem Bergischen Land und dem Sauer-/Siegerland sind die Chancen etwas größer diese hübsche Falterart einmal zu sehen (RL 2 = stark gefährdet).
Laut PÄHLER & DUDLER (2010) sind Hummelschwärmer im Bereich Ostwestfalen-Lippe in diesem Jahrtausend noch gar nicht nachgewiesen worden und noch am ehesten in der Senne zu erwarten.
Die Zeiten ändern sich leider - LYNEBORG & JONSSON (1975) haben den Hummelschwärmer noch als "nicht selten in ganz Europa" beschrieben.

Weiterführende Literatur
BELLMANN, H. (2016): Der Kosmos Schmetterlingsführer. Kosmos Naturführer. Schmetterlinge, Raupen und Nahrungspflanzen. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. 448 S.

DÖRING, E. (1955): Zur Morphologie der Schmetterlingseier. Akademie-Verlag, Berlin.

EBERT, G. & E. RENNWALD (Hrsg.) (1993): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 4: Nachtfalter II. Eugen Ulmer GmbH & Co. 535 S.

KOCH, M. (1984): Wir bestimmen Schmetterlinge - Tagfalter Deutschlands. Ausgabe in einem Band; Neumann Verlag Radebeul. 792 S.

LYNEBORG, L. & N. JONSSON (1975): BLV Naturführer - Nachtfalter. Über 300 europäische Nachtfalter beschrieben und farbig abgebildet. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München. 160 S.

NOVAK, I. & SEVERA, F. (1992): Der Kosmos-Schmetterlingsführer. 5., überarb. und verb. Aufl. Stuttgart: Franckh-Kosmos. 357 S.

PÄHLER, R. & DUDLER, H. (2010): Die Schmetterlingsfauna von Ostwestfalen-Lippe und angrenzender Gebiete in Nordhessen und Südniedersachsen. Band 1. - Eigenverlag. 608 S. Verl

REINHARDT, R. & R. BOLZ (2011): Rote Liste und Gesamtartenliste der Spinnerartigen Falter (Lepidoptera: Bombyces, Sphinges s. l.) Deutschlands. Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3), S. 242-283, Bundesamt für Naturschutz

ROUGEOT, P. C. & VIETTE, P. (1983): Die Nachtfalter Europas und Nordafrikas. 1. Schwärmer und Spinner (1. Teil) - Keltern, 281 S.

SAUER, F. (1982): Raupe und Schmetterling nach Farbfotos erkannt - Karlsfeld (Fauna-Verlag); 184 S.

SCHUMACHER et al. (2010): Rote Liste und Artenverzeichnis der Schmetterlinge - Lepidoptera - Spinner u. Schwärmer - (Bombyces et Sphinges) in Nordrhein-Westfalen. 4. Fassung, Stand Juli 2010 pdf

STEINER, A., U. RATZEL, M. TOP-JENSEN & M. FIBIGER (2014): Die Nachtfalter Deutschlands. Ein Feldführer. Sämtliche nachtaktiven Großschmetterlinge in Lebendfotos und auf Farbtafeln. BugBook Publishing. 878 S., 76 Farbtafeln.

WILLNER, W. (2017): Taschenlexikon der Schmetterlinge Europas. Die häufigsten Nachtfalter im Porträt. Quelle & Meyer Verlag Wiebelsheim. 776 S.


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Weitere Informationen zu Schmetterlingen (Lepidoptera) im Internet

Portal für Schmetterlinge und Raupen (Walter Schön): über 13.000 Fotos, mehr als 1050 Artenportraits, Bestimmungshilfen, Infos, Kontakte, Links (Stand 03/2018)

Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V.: Infos, Kontakte, Links

Naturschutzbund (NABU) Nordrhein-Westfalen: TagfalterMonitoring in NRW, Kartieranleitung, Kommentierte Artenliste NRW, Infos...

Moths and Butterflies of Europe and North Africa: Diese italienische Seite in englischer Sprache zeigt jede Menge Fotos zu den Tag- und Nachtfaltern Europas.


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